SaaS-Plattform Case Study

Case Study SaaS / Produktentwicklung KI-Automation 2022 – 2024

Vom manuellen Prozess zur
KI-gestützten Plattform

Wie ich eine eigenentwickelte SaaS-Plattform konzipiert und umgesetzt habe, die unstrukturierte Inputdaten automatisch in verkaufsfertige Vermarktungsmedien überführt. Und warum der entscheidende Schritt war, erst gar keine Software zu bauen.

93%
Kürzere Produktions­zeit Webseiten
86%
Kürzere Produktions­zeit Broschüren
280+
B2B-Projekte über die Plattform skaliert
2
Tage statt 3 Wochen pro Webseite

Ein Geschäftsbereich, der an seiner eigenen Komplexität zu ersticken drohte

Die Klickwerk AG hatte sich als Marketingagentur für Immobilienprojekte etabliert. Das Geschäftsmodell funktionierte: Projektentwickler:innen und Makler:innen beauftragten uns mit der vollständigen Vermarktung ihrer Liegenschaften, von der Webseite über Broschüren und Flyer bis zu digitalen Inseraten und Bautafeln.

Das Problem war nicht der Markt. Es war die Abwicklung. Jedes einzelne Projekt startete mit wochenlanger manueller Recherche: Standortanalyse, Lagefaktoren, Zielgruppendefinition, Objektdaten aufbereiten, Texte schreiben, Media-Briefings erstellen. Erst dann begann die eigentliche Produktion. Eine Webseite dauerte drei Wochen, eine Broschüre zwei. Das liess sich nicht skalieren, ohne proportional mehr Personal einzustellen.

Software baut man zuletzt

Die naheliegende Reaktion wäre gewesen, direkt ein Tool zu suchen oder eine Automatisierung zu bauen. Ich habe das bewusst nicht getan.

Kernüberzeugung

Wer einen schlechten Prozess automatisiert, bekommt einen schlechten Prozess, der schneller läuft. Die eigentliche Arbeit ist das Verstehen, bevor es das Bauen gibt.

Ich habe zunächst jeden einzelnen Service isoliert analysiert: Was braucht eine Broschüren-Seite? Was braucht ein Google-Inserat? Welche Informationen sind service-übergreifend nutzbar, welche sind spezifisch? Wo entstehen die grössten Verzögerungen, und warum? Die Antwort war konsistent: Der Engpass lag nicht in der Produktion, sondern in der Datenlage. Ohne eine saubere, strukturierte Informationsbasis konnte jedes Medium nur manuell erstellt werden.

Erst als dieser Prozess vollständig verstanden und auf Papier optimiert war, begann die Überlegung, welche Teile davon technisch abgebildet werden konnten und wie.

Eine Plattform, die denkt, bevor sie produziert

Ich habe die vollständige Systemarchitektur konzipiert: Datenbankstruktur, Feldlogik, Informationsflüsse, Priorisierungsregeln, Template-Hierarchie. Die technische Umsetzung übernahm ein externes Entwicklungsteam unter meiner Steuerung.

01 Projektdashboard: Für jedes neue Objekt wird ein geführtes Dashboard geöffnet, das alle relevanten Basisinformationen strukturiert abfragt. Die Art des Objekts bestimmt, welche Felder erscheinen.
02 KI-gestützte Wissensbasis: Aus den Eingaben baut die Plattform automatisch eine strukturierte Projektdatenbank auf: Objekt, Grundrisse, Architektur, Ausstattung, Bauzeit.
03 Automatische Lageanalyse: Via Perplexity API und Google Maps API werden alle relevanten Standortdimensionen automatisch ermittelt: ÖV, Schulen, Einkauf, Gesundheit, Sport und Freizeit, Arbeitgeber in der Nähe.
04 Zielgruppensteuerung: Ob Ersterwerber:innen, Investor:innen oder Familien. Die Zielgruppendefinition steuert automatisch, welche Inhalte priorisiert und welche zurückgestellt werden.
05 Freigabe-Workflow: Projektleiter:innen prüfen und genehmigen die aufbereiteten Dimensionen. Keine Recherche mehr, nur noch Qualitätssicherung.
06 Promptbasierte Medienproduktion: Jedes Medium hat spezifische Templates. Jedes einzelne Element innerhalb eines Mediums hat einen eigenen Prompt, der aus der freigegebenen Wissensdatenbank zieht und exakt das Relevante priorisiert.
Plattform Bubble (No-Code, produktionsreif)
Scripting Python, JavaScript, HTML/CSS
KI / LLM Claude API, ChatGPT API
Datenintegration Perplexity API, Google Maps API

Zahlen, die sich selbst erklären

Die Resultate zeigten sich unmittelbar nach dem Rollout. Entscheidend war nicht nur die Zeitersparnis, sondern dass das Team trotz stark steigendem Projektvolumen nicht wachsen musste.

3 Wo. 2 Tage
Produktionszeit pro Webseite
93% schneller
2 Wo. 2 Tage
Produktionszeit pro Broschüre
86% schneller
1 Tag 2 Std.
Aufwand Lageanalyse pro Projekt
Vollständig automatisiert
Manual 280+
Projekte über die Plattform skaliert
Ohne proportionales Teamwachstum

Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Die Qualität der Outputs wurde konsistenter. Manuelle Texterstellung produzierte zwangsläufig Qualitätsschwankungen zwischen Projektleiter:innen. Die Plattform standardisierte die Basis, während der menschliche Prüfschritt die Kontrolle behielt.

"

Das zentrale Learning

Prozesse müssen zuerst vollständig verstanden und auf Papier optimiert werden, bevor man sie in Software überführt. Wer das überspringt, baut schnelle Abkürzungen in falsche Richtungen.

Description